GESCHICHTE

Zürcher Kultlokale Kontiki und Züri-Bar gerettet. Junge Gastronomen übernehmen die beiden Institutionen Kontiki und Züri-Bar im Niederdorf. Verändern wollen sie nur wenig. Ende 2015 schlossen die Züri-Bar und die angrenzende Kontiki-Bar im Niederdorf ihre Türen. Die Bestürzung in Zürich war gross, denn die beiden Lokale sind Kult. Ab Mitte der 50er-Jahre trafen sich hier Musiker, Künstlerinnen, Journalisten, Quartierbewohner – früher in grösserer, in den vergangenen Jahren in immer kleinerer Zahl.

Nun lässt eine Gruppe junger Gastronomen und Musiker die beiden Bars wiederauferstehen. Hauptverantwortlicher ist Oliver Baumgartner, der das Kafischnaps, ein Café und Hotel in Zürich-Unterstrass, mitbetreibt. «Der Ort soll so bleiben, wie er ist», sagt Baumgartner. In den zweistöckigen Bars an der Niederdorfstrasse 24 wurden nur einige kleinere Renovationsarbeiten durchgeführt. «Besonders die Tresen mussten geflickt werden.» Geändert hat sich kaum etwas. Die Züri-Bar ist wie bis anhin tagsüber ein Café und abends eine Bar, auch die Südseestimmung in der Kontiki-Bar ist erhalten geblieben.

Fast wäre alles anders gekommen: In den Räumen sei ein Restaurant geplant gewesen, aber der vorgesehene Pächter sei im letzten Moment abgesprungen, heisst es aus Stammgastkreisen. Hausbesitzer Felix Lenz war für eine Auskunft nicht zu erreichen. Mitte Januar kam es beinahe zu einer Hausbesetzung. Jugendliche brachen in die Bars ein, die Polizei rückte in Vollmontur aus und nahm 34 Eindringlinge vorläufig fest.

Im Zentrum der neuen, alten Kontiki-Bar steht die Musik. Die Gruppe rund um Baumgartner arbeitet mit Hochdruck am Musik- und Veranstaltungskonzept. In der Kontiki-Bar schallt wie früher Rock aus den Lautsprechern. Im oberen Stock hingegen hört man Black Music wie Hip-Hop, Soul oder Reggae. Es gibt Auftritte von Musikern und von der Hausband. «Wir wollen, dass es im Niederdorf wieder eine Bar mit guter Livemusik gibt», sagt Baumgartner. Neueröffnet wurde Anfang April 2016.

 

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